Schlechtes Sehvermögen wird zu Unrecht mit Hirnverfall verwechselt

Zusammenfassung: Kognitive Tests, die sich auf sehabhängige Aufgaben stützen, können die Ergebnisse für bis zu 25 % der Erwachsenen über 50 mit nicht diagnostizierten Sehproblemen wie AMD und grauem Star verzerren. Dies kann zu einer Fehldiagnose einer leichten kognitiven Beeinträchtigung bei älteren Erwachsenen führen.

Quelle: Universität von Südaustralien

Laut einer neuen Studie der University of South Australia laufen Millionen älterer Menschen mit Sehschwäche Gefahr, fälschlicherweise mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen diagnostiziert zu werden.

Kognitive Tests, die sich auf sehabhängige Aufgaben stützen, könnten die Ergebnisse bei bis zu einem Viertel der Menschen über 50 mit nicht diagnostizierten Sehproblemen wie Grauem Star oder altersbedingter Makuladegeneration (AMD) verzerren.

Altersbedingte Makuladegeneration ist eine der Hauptursachen für Sehverlust bei älteren Menschen. Es verursacht keinen vollständigen Sehverlust, beeinträchtigt jedoch die Fähigkeit der Menschen, zu lesen, Auto zu fahren, zu kochen und sogar Gesichter zu erkennen. Es hat keinen Einfluss auf die Erkenntnis.

UniSA-Forscher rekrutierten 24 Teilnehmer mit normalem Sehvermögen, um zwei kognitive Tests zu absolvieren – einen mit sehabhängigen reaktiven Aufgaben und den anderen mit Sprechflüssigkeit.

Mit einer Brille zur Simulation von AMD schnitten die Teilnehmer beim kognitiven Test mit Reaktionszeitaufgaben weitaus schlechter ab als ohne Brille. Es gab keinen statistischen Unterschied zu Sprachflüssigkeitstests bei der Verwendung der Brille.

Die Studie ist erschienen in Wissenschaftliche Berichte.

UniSA-Doktorandin Anne Macnamara, die die Studie leitete, sagt, die Ergebnisse seien eine deutliche Erinnerung daran, dass Sehbehinderungen – von denen weltweit etwa 200 Millionen Menschen über 50 betroffen sind – die kognitiven Ergebnisse unfair beeinflussen, wenn Tests visuelle Fähigkeiten betreffen.

„Ein falsches Ergebnis in kognitiven Tests könnte verheerende Folgen haben und zu unnötigen Änderungen der Lebens-, Arbeits-, finanziellen oder sozialen Umstände einer Person führen“, sagt Macnamara.

„Wenn beispielsweise ein falscher Score zur Diagnose einer leichten kognitiven Beeinträchtigung beiträgt, kann dies psychische Probleme wie Depressionen und Angstzustände auslösen.

Dies zeigt eine Brille auf einem Buch
Altersbedingte Makuladegeneration ist eine der Hauptursachen für Sehverlust bei älteren Menschen. Das Bild ist gemeinfrei

„Menschen mit AMD haben bereits mehrere Probleme aufgrund von Sehverlust und eine ungenaue kognitive Bewertung ist eine zusätzliche Belastung, die sie nicht brauchen.“

Sehbehinderungen werden in der Forschung und im klinischen Umfeld oft übersehen, sagen die UniSA-Forscher, wobei die reduzierte Sehkraft bei bis zu 50 Prozent der älteren Erwachsenen unterschätzt wird.

Und da diese Zahl voraussichtlich im Einklang mit einer alternden Bevölkerung steigen wird, ist es von entscheidender Bedeutung, dass neurodegenerative Forscher bei der Beurteilung der Wahrnehmung von Menschen das Sehvermögen kontrollieren.

„Mobile Apps können jetzt verwendet werden, um simulierte Sehbehinderungen auf Testmaterialien zu legen, wenn sie ihre Stimuli steuern“, sagt Macnamara.

„Außerdem können Forscher schnelle und einfache Screening-Aufgaben integrieren, bevor sie Menschen dazu bringen, kognitive Tests durchzuführen. Auch mündliche Aufgaben sollten immer Teil der Prüfung sein.“

Über diese Neuigkeiten aus der Visions-, Kognitions- und Alterungsforschung

Autor: Süßigkeit Gibson
Quelle: Universität von Südaustralien
Kontakt: Candy Gibson – Universität von Südaustralien
Bild: Das Bild ist gemeinfrei

Originalforschung: Uneingeschränkter Zugang.
Die Auswirkung der altersbedingten Makuladegeneration auf die kognitive Testleistung“ von Anne Macnamara et al. Wissenschaftliche Berichte


Abstrakt

Siehe auch

Dieses zeigt ein junges Mädchen, das in einem Garten steht

Die Auswirkung der altersbedingten Makuladegeneration auf die kognitive Testleistung

Die zuverlässige Bewertung der kognitiven Funktion ist entscheidend für die Untersuchung von Beziehungen zwischen Gehirn und Verhalten. Dennoch werden Zustände, die mit dem Altern synchron sind, einschließlich visueller Verschlechterung, bei der Interpretation kognitiver Testergebnisse leicht übersehen.

Der Zweck dieser Studie war es, die negativen Auswirkungen von Sehbehinderungen auf die Leistung kognitiver Tests aufzuzeigen.

Mittelschwere bis schwere altersbedingte Makuladegeneration wurden mit einer Schutzbrille bei einer Stichprobe von 24 normalsichtigen Teilnehmern simuliert, während sie zwei kognitive Aufgaben absolvierten: eine sehabhängige Reaktionszeitaufgabe und eine sehunabhängige Sprachflüssigkeit Prüfung.

Die Leistung bei der Reaktionszeitaufgabe hat deutlich abgenommen (p< 0,001) in der simulierten altersbedingten Makuladegeneration um bis zu 25 Prozentränge. Im Gegensatz dazu unterschied sich die Leistung beim Sprachflüssigkeitstest statistisch nicht zwischen den simulierten und normalen Sehbedingungen (p= 0,78).

Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Berücksichtigung der visuellen Funktion bei der Beurteilung der kognitiven Funktion. Wenn das Sehvermögen nicht berücksichtigt wird, können niedrige Testergebnisse fälschlicherweise auf eine schlechte Kognition hinweisen. Solche falschen Zuschreibungen können erhebliche Auswirkungen auf die Diagnose und die Erforschung kognitiver Funktionen haben.

Leave a Comment

Your email address will not be published.